Das Bienenjahr

Frühling

Bienen

Sobald die Außentemperaturen ansteigen, wird das Brutgeschäft bei den Bienen mehr und mehr ausgeweitet. Nun wird es auch Zeit, dass sich der Frühling mit ein paar waren Tagen zeigt, da die Bienen (und zwar je einzeln!) „mal eben raus müssen“, zum Teil dringend.

Schon locken auch die ersten echten Blüten, die nicht nur Pollen bieten, sondern auch Nektar, den die Bienen dann zu Honig verarbeiten. Vor allem die Blüte der Kirschen bringt meist den Durchbruch. Zu dieser Zeit haben die Bienen ihren Honigvorrat aus dem Vorjahr verbraucht und ab der Blüte der Kirsche nimmt das Gewicht der Bienenkiste erstmals wieder zu. Nun geht alles ungeheuer schnell. Den Bienen wird in Ihrer kleinen Winterwohnung bald zu klein, da sie mit Beginn der Rapsblüte auch deutliche Nektarmengen mit nach Hause bringen. Hierfür bekommen sie als Erweiterung sogenannte Honigräume, die zur Ablagerungmöglichkeit Ihrer „Überproduktionen“ dienen. Auch das Bienenvolk wächst Anzahlmäßig von etwa 10.000 – 15.000 Einzelindividuen im Winter auf bis zu 60.000 im Sommer heran.

Imkerei

Auch für den Imker wird es im Frühling ernst. Haben alle Bienenvölker den Winter überlebt? Haben alle noch genug Futter? An den ersten warmen Tagen im Jahr zieht es den Imker zu seinen Bienen. Zu existenziell sind diese Fragen. Nachdem diese beantwortet sind geht es auch in der Imkerei eilig zur Sache. Eben wurden noch die ersten Honigräume aufgesetzt, schon geht es zur ersten Wanderung in die Bioobstanlage. Hierfür werden die Bienenkästen nachts verschlossen und am neuen Standort aufgestellt. Die Obstbauern wissen die Bestäubungsleistung zu schätzen. So das Wetter stimmt, gibt es hier auch den ersten und sehr beliebten Honig: Der Obstblütenhonig. Weitere Wanderungen folgen: in den Ahorn, den Bioraps und in die Robinie. Die eigentliche Arbeit des Imkers liegt jedoch im Frühjahr darin, das Potenzial und die Dynamik eines Bienenvolkes so zu lenken, dass es seine Kraft nicht in die eigene Reproduktion (dem Schwärmen), sondern in Sammelleidenschaft mündet. Der erste Honig wird

Sommer

Bienen

Mit der Sommersonnenwende, dem kalendarischen Sommeranfang, haben die Bienen ihre maximale Volksstärke erreicht. Jetzt schlüpfen zwar etwa 2.000 Bienen täglich (!), die Königin vermindert jedoch nun ihre Eiablage. Für das Bienenvolk bedeutet dies: Vorbereitung für die Überwinterung. Mit aller Volksstärke wird alles daran gesetzt, soviel wie möglich an Honig zu sammeln, den sie ja zum Heizen im Winter brauchen. Glücklicherweise schaffen es die Bienen, eine gute Trachtmöglichkeit vorausgesetzt, ein Vielfaches ihres Winterhonigbedarfes zu sammeln, sodass der Überschuss vom Imker geerntet werden kann. Vor allem die Blüten der Linden, Kornblumen, Sonnenblumen-, Buchweizen-, Phaceliafelder und später die Heide bieten den Bienen noch ausreichend Möglichkeiten ihren Sammeleifer auszuleben. Bei ihren Erkundungsflügen befliegen die Sammelbienen einen Umkreis von 5 km, was einer Fläche von 78 Quadratkilometern entspricht.

Imkerei

Im Sommer sind die Arbeiten eines Imkers sehr vielfältig und zeitaufwendig. Hier werden nächtliche Wanderungen unternommen, wobei die Nächte im Sommer sehr spät beginnen. Am Tage werden Bienenvölker betreut, Honig geerntet und zum Schleudern nach Hause gebracht. Der Honig muss geschleudert und verarbeitet werden. Zusätzlich werden Jungvölker gebildet, die dann gehegt und gepflegt werden, da sie im Folgejahr möglichst stark Honig sammeln sollen. Außerdem betreiben wir eine eigene Königinnenvermehrung, bei der nur von besonders positiv auffallenden Bienenvölkern Königinnen nachgezogen werden. Mit dem Verblühen der Linden und Kornblumen gegen Ende Juli, beginnt auch der Imker, trotz sengender Hitze, mit den Vorbereitungen für den Winter, der Hege und Pflege der Bienen.

Herbst

Bienen

Zwar bieten einzelne Blüten hier und da noch einige Pollenkörner und Nektartröpfchen, seit Ende August gibt es jedoch nur noch unwesentliche Gründe für große Sammelflüge. Nun gilt es Kräfte zu sparen für den Winter, denn wer sich bei der Arbeit schont, lebt länger! So ist es zumindest bei den Bienen. Im Unterschied zu den Bienen die im Frühjahr und Frühsommer schlüpfen und bei aller Arbeit nur etwa 6 Wochen leben, schaffen es die Im Herbst schlüpfenden Bienen über fast 6 Monate, bevor sie erschöpft und altersschwach vom Ausflug nicht mehr heimkommen.

Imkerei

Im Herbst wird es auch in der Imkerei etwas ruhiger. Zwar müssen die Bienen noch versorgt werden, der wahnsinnige Zeitaufwand des Frühjahrs und Sommers ist jedoch vorbei und die letzte Honigernte ist im Glas. Die Imker sind zu dieser Jahreszeit überwiegend in ihrer Lohnmosterei nebenan, in der aus den Äpfeln und Birnen der Kunden im „Handumdrehen“ köstlicher Saft gewonnen, pasteurisiert und abgefüllt wird.

Winter

Bienen

Zwar stehen die Bienenkästen das ganze Jahr über im Freien, die eisige Kälte macht den Bienen jedoch wenig aus. Nachdem die kürzesten Tage des Jahres vorbei sind und im Januar die Tage merklich länger werden, beginnen bei den Bienen in der Wintertraube die Vorbereitungen für das Brutgeschäft. Abhängig von der Witterung, vor allem aber von der Phänologie beginnt spätestens mit dem Blühen der Haselnuss die Königin mit dem Legen von Eiern. Hieraus haben sich dann drei Wochen später die ersten „neuen“ oder Bienen entwickelt. Ab einer Außentemperatur von 10°C (der Bienenstock wird durch die Bienen selbst war gehalten) lockt es die ersten Ausflügler in Freie um Hasel oder Erlenpollen zu sammeln. Die Bienenheizung funktioniert mit Honig. Der Pollen dient als Eiweißlieferant zum Füttern der Brut.

Imkerei

Nicht nur bei den Bienen, auch in der Imkerei laufen zu dieser Jahreszeit die Vorbereitungen für die anstehende Saison. Hier werden neue Bienenkisten gebaut, Materialien sortiert, repariert, alte Waben eingeschmolzen und für die neuen Waben die Rähmchen geputzt. Dann werden Arbeitsprozesse optimiert, es wird investiert und organisiert. Zu guter Letzt werden jedoch auch in liebevoller Handarbeit zahllose Honiggläser etikettiert, die dann den Weg auch auf Ihren Frühstückstisch finden.
Selbstverständlich bleibt für den Imker im Winter, wie für die Bienen jedoch auch Zeit zum durchatmen, bevor die neue Saison beginnt, die zeitlich und körperlich sehr „intensiv“ ist.